Zur Hauptseite Geschichte Übersicht Einphasenwechselstrom

Die Elektrisierung
Die Zeit der DRG ab 1920
Versuchsbetrieb mit Einphasenwechselspannung 20 kV, 50 Hz

Elektrifizierte Strecken der Großherzoglich Badischen St.B. und der Reichsbahn in Baden

Die Elektrisierung

Auch die Großherzoglich Badischenen Staatsbahn plante unter Ausnutzung der Wasserkräfte des Schwarzwaldes und des Hochrheins eine Elektrisierung einer geeigneter Strecken. Mit dem Bau des badisch-schweizerischen Kaftwerkes Wyhlen-Augst (1908 - 1912) fiehl die Wahl auf die Strecken der Wiesen- und Wehratalbahn, wobei gleichzeitig die umfangreichen Anlagen des Badischen Bahnhofs in Basel beleuchtet werden sollten. Obwohl die badischen Maschinen schon bald zur Verfügung standen und sowohl auf der Strecke Murnau—Oberammergau getestet als auch den preußischen elektrischen Versuchsbetrieb in Mitteldeutschland eröffneten, zog sich die Unterspannungsetzung der badischen Strecken bis zum 13. Januar 1913 hin. 9 Monate später wurde der elektrische Betrieb mit 15 kV und 15 Hz gemeinsam mit der Inbetriebnahme des neuen Badischen Bahnhofs in Basel offiziell aufgenommen. Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurde die Grenze zur Schweiz geschlossen und die Spannung abgeschaltet. Der Badische Bahnhof in Basel einschließ der Betriebswerkstatt war so nur noch bedingt zugänglich.

Immer wieder gab es Bemühungen, die Spannung wieder zuzuschalten, um wenigstens die Probe- und Abnahmefahrten der gelieferten badischen A 2 Maschinen durchführen zu können. Wahrscheinlich Anfang 1915 wurde die Spannung erneut zugeschaltet. 1916 erfolgten nachweislich einzelne Probefahrten. Zur Wiederaufnahme des vollen elektrischen Betriebes 1919 standen der Großherzoglich Badischenen Staatsbahn 11 elektrische Lokomotiven zur Verfügung.

Baulosaufteilung der Fahrleitungsabschnitte - Firmenbauarten der 1. Generation (1913)

FirmaAbschnittFahleitungsbauart
SSWBasel—SchopfheimKettenwerk mit Zwischentragdraht und nachgespannten Fahrdraht
AEGSchopfheim—Zellnachgespanntes Kettenwerk
Schopfheim—Säckingen

Eröffnungsdaten

13.09.1913Basel Bad. Bf.—Lörrach—Schopfheim—Zell (Wiesentalbahn)28,75 km
13.09.1913Schopfheim—Säckingen (Wehratalbahn)19,67 km

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DRG-Logo Ausbau und Erweiterung durch die DRG ab 1920

Im Gegensatz zu den anderen Teilnetzen wurde das badische Netz von der DRG recht stiefmütterlich behandelt und diente im wesentlichen zur Ausnutzung von für andere Strecken zu leistungsschwach gewordenen, aber noch nicht abgeschriebenen Maschinen. So kamen ab 1920 die preußischen Maschinen E.G.502 ff zur Direktion Karsruhe. Die E.G.504 soll sich dabei schon seit ihrem Umbau 1914 in Basel befunden haben. Aktenkundig nachweisbar (Schriftverkehr der RBD Halle mit dem RVM) kamen E.G.505 im April, im August E.S.2 und E.G.506 im Oktober 1923 vom mitteldeutschen Netz nach Baden, die hier bis zu ihrer Ausmusterung liefen. Mit dem Eintreffen der E71.1 (E.G.511 ff) von der Rbd Halle kam ab 1928 ein Maschinentyp nach Basel, der bis in die 50er Jahre typisch für diese beiden Strecken wurde. Während des zweiten Weltkrieges kommen auch Maschinen von süddeutschen und den Österreichischen Strecken zum Einsatz, wie E32 und E80.

Streckenerweiterungen von Basel nach Haltingen und von Lörach nach Weil Leopoldshöhe befanden bereits Anfang der zwanziger Jahre in Vorbereitung. Mit dem Zuwachs von insgesamt ca. 12 km Streckenlänge sollte insbesondere die Betriebswerkstätte Haltingen an das elektrische Netz angeschlossen werden. Jedoch scheiterten diese Erweiterungen wie auch die seit Anfang der 20er Jahre geplante Elektrisierung der Strecken Basel - Frankfurt, Mannheim—Heidelberg, Stuttgart—Karsruhe und Mühlacker—Bruchsal immer wieder an der Finanzlage der DRG und wurden aber erst nach dem 2. Weltkrieg im Zuge der Elektrifizierung der Rheintalstrecke realisiert.

Auswahl Artikel aus damaligen Zeitschriften und Publikationen:
Wechmann: Umfang und Energiestellung des elektrischen Zugbetriebes der Deutschen Reichsbahn. In Wechmann: Der Elektrische Zugbetrieb der Deutschen Reichsbahn, Rom-Verlag, 1924, S. 11 ff
Maier: Der geplante Ausbau der Wasserkräfte Badens und ihre Nutzung für Bahnzwecke. In Wechmann: Der Elektrische Zugbetrieb der Deutschen Reichsbahn, Rom-Verlag, 1924, S. 66 ff

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Elektrische Triebfahrzeuge im Bw Basel
Die Elektrifizierung der Wiesen- und Wehratalbahn
Der Museumstriebwagen elT 1801 a/b

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Höllental- und Dreiseenbahn

Versuchsbetrieb mit Einphasenwechselspannung 20 kV, 50 Hz

Am 18. Juni 1936 wurde offiziell der elektrische Betrieb auf der Höllen- und Dreiseenbahn aufgenommen.

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Dampfeinsatz mit BR 85

Foto
E 244 21 auf der Ravennabrücke (Höllental)
Foto
E 244 21 auf der Dreiseebahn mit Kulisse des Feldberg

Fotos vom Zustand    2006   


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© Thomas Scherrans, 09.08.2009